Novemberhilfe ist für Kulturschaffende gedacht!

Soloselbständige können 75% des Umsatzes von Nov. 2019 oder vom durchschnittlichen Jahresumsatz umgerechnet auf 4 Wochen Schließungszeit beantragen, wenn sie mind. 80% ihre Hauptberufs im Veranstaltungsbereich umsetzen.

Als Berechnungszeitraum entweder Umsätze aus November 2019 oder Jahresdurchschnitt 2019 angeben.

Abzuziehende Umsätze November 2020 NUR für Leistungen in diesem November! Auch keine Überbrückungshilfe!

Soloselbständige mit geschäftlichem Elster-Zugang können jetzt direkt beantragen, wer schon Überbrückungshilfe I oder II beantragt hat sowie weitere Unternehmen nur per Steuerberatung.

Antragsstellung ist bis Januar möglich.

Hier Antrag stellen: https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Novemberhilfe/novemberhilfe.html
Weitere Infos auf www.alarmstuferot.de

Das heißt, Künstler:innen, Techniker:innen etc., die zu mind. 80% von Veranstaltungen leben, sind antragsberechtigt!
Geld soll sehr schnell kommen!


Nochmal Definition Hauptberuf laut dieser Vollzugshinweise:

Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe sind dann … im Haupterwerb tätig, wenn sie die Summe ihrer Einkünfte im Jahr 2019 zu mindestens 51 % aus ihrer gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit erzielen.

Definition Soloselbständig: selbständig im Hauptberuf und keine Vollzeitangestellten!

Tipps:
Falls Elster-Zertifikat nicht akzeptiert wird, handelt es sich wohl um eines zur privaten Steuernummer. Dann muss ein neues beantragt werden für die Selbständigkeit. Code wird per Post zugesendet.

Vorher Tipps von Alarmstufe Rot lesen, weil Antragstellende selbst angeben müssen, ob sie direkt, indirekt, über Dritte betroffen oder Mischbetrieb sind.

Vorher inländlische Netto-Umsätze ausrechnen: entweder Nov oder er Durchschnitt aus dem ganzen Jahr 2019.

Corona: Kultureinrichtungen bleiben im Lockdown, aber Licht am Ende des Tunnels

Deutscher Kulturrat fordert Kulturminister der Länder zum schnellen Handeln auf

Berlin, den 26.11.2020. Die am 28.Oktober 2020 für November auf der Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder beschlossenen Corona-Maßnahmen werden, nach dem gestrigen Beschluss der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin, bis zum 20. Dezember 2020 bundesweit verlängert. Die auf Grund dieses Beschlusses geschlossenen Betriebe und Einrichtungen, also auch die betroffenen Kultureinrichtungen, bleiben damit leider zunächst weiterhin geschlossen.

Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, ist froh, dass das Infektionsschutzgesetz kurz vor seiner Verabschiedung in der letzten Woche geändert wurde. Wir hatten angemahnt, dass Theater, Museen, Bibliotheken, Konzerthäuser, Kinos viel mehr als reine Vergnügungsorte sind und das sie nach unserer Verfassung (GG Art. 5, Abs. 3) unter besonderem Schutz steht, präsentiert wird. Der Deutsche Bundestag hatte in der letzten Minute in diesem Sinne das Gesetz geändert.

Das neue Infektionsschutzgesetz zeigt jetzt erste Wirkung. In dem o.g. Beschluss steht: „Beim weiteren Vorgehen ist zu beachten, dass das Infektionsschutzgesetz vorsieht, bei Beschränkungen des Betriebs von Kultureinrichtungen oder von Kulturveranstaltungen der Bedeutung der Kunstfreiheit Rechnung zu tragen. Sobald dies angesichts der Infektionslage möglich ist, sollten daher die Kultureinrichtungen wieder öffnen können. Die Kulturminister werden beauftragt, hierfür eine Strategie zu erarbeiten, die den notwendigen Vorlauf und hinreichende Planungssicherheit gewährleistet.“

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Wie zu erwarten war, wird der Lockdown für Kultureinrichtungen noch bis zum 20. Dezember fortgeführt. Dies bedauern wir sehr! Aber wir sehen auch, dass das Infektionsgeschehen es noch nicht zulässt, den Lockdown zu beenden. Der Kulturbereich ist fast durchgängig seit März im Lockdown. Es muss jetzt geklärt werden, wie lange wir noch diese Sonderlasten tragen müssen, oder ob nicht auch andere Bereiche, wie zum Beispiel der Handel, einen Teil der notwendigen Beschränkungen übernehmen sollten. Wir sind im Angesicht der schwierigen Lage für den Kulturbereich froh, dass es uns gelungen ist, im Infektionsschutzgesetz durchzusetzen, dass Theater, Museen, Bibliotheken, Konzerthäuser, Kinos u.a. eindeutig als Orte der Kunst, die unter besonderem Schutz durch unsere Verfassung stehen, genannt werden. Bei Untersagungen oder Beschränkungen im Bereich der Kultur muss der Bedeutung der Kunstfreiheit jetzt zwingend Rechnung getragen werden. Die Kulturminister der Länder erhalten durch dieses Gesetz jetzt die Möglichkeit, eine Strategie zur baldigen Öffnung der Kultureinrichtungen vorzulegen. Wir erwarten, dass die Kulturminister diese Aufgabe beherzt angehen und ihrer Verantwortung gerecht werden. Der Kulturbereich muss so schnell wie möglich wieder geöffnet werden. Wir sehen ein wenig Licht am Ende des Tunnels.“

Kultureinrichtungen sind mehr als Freizeiteinrichtungen

Sehr geehrte Damen und Herren,  

gestern haben der Deutsche Bundestag und der Bundesrat mit der Verabschiedung des Infektionsschutzgesetzes eine wichtige Entscheidung für den Kulturbereich getroffen. Bundespräsident Steinmeier unterzeichnete das Gesetz noch am späten Abend. 

Anders als zuerst geplant wurde im Infektionsschutzgesetz, das korrekt „Drittes Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ heißt, im § 28a „Besondere Schutzmaßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus SARS-CoV-2“ die Untersagung oder Beschränkung des Betriebs von Einrichtungen, die der Kultur und der Freizeitgestaltung zuzurechnen sind nicht mehr in einen Topf geworfen.

Wir hatten am 10. November den Deutschen Bundestag aufgefordert, den Kulturbereich im Gesetz als eigenständigen Bereich zu benennen und damit den zuerst vorgelegten Entwurf zu ändern.

Kultur, so unsere Forderung, soll nicht mehr unter Freizeit subsumiert werden. Eine Trennung von Kultur- und Freizeiteinrichtungen wird, so unsere Position, dem besonderen Charakter der Kultureinrichtungen, die eben mehr als Freizeiteinrichtungen sind, besser gerecht.

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages änderten den Gesetzesvorschlag. Im § 28a Ziffer 7 wurden die Kultureinrichtungen nun eigenständig aufgenommen: „Untersagung oder Beschränkung von Kulturveranstaltungen oder des Betriebs von Kultureinrichtungen“.

In der dazugehörigen Begründung heißt es, wie ebenfalls von uns gefordert, nun: „Mit der neuen Nummer 7 wird ein eigenes Regelbeispiel für Beschränkungen im Kulturbereich geschaffen. Die Untersagung und Beschränkung des Betriebs von Kultureinrichtungen oder von Kulturveranstaltungen sind insbesondere grundrechtsrelevant mit Blick auf die Kunstfreiheit nach Artikel 5 Absatz 3 des Grundgesetzes, der die künstlerische Betätigung selbst („Werkbereich“), aber auch die Darbietung und Verbreitung des Kunstwerks („Wirkbereich“) umfasst und damit auf Seiten der Veranstalter wie auch der Künstlerinnen und Künstler selbst wirksam wird. Bei Untersagungen oder Beschränkungen im Bereich der Kultur muss der Bedeutung der Kunstfreiheit ausreichend Rechnung getragen werden. Beschränkungen insbesondere des Wirkbereichs können in einer volatilen Pandemielage mit dem Ziel einer Reduzierung von Infektionszahlen erforderlich sein, um den Schutz von Leben und körperlicher Unversehrtheit angemessen gewährleisten zu können.“

Kultureinrichtungen sind mehr als Freizeiteinrichtungen. Das wird mit der gestrigen Entscheidung des Deutschen Bundestages und des Bundesrates deutlich. Theater, Museen, Bibliotheken, Konzerthäuser, Kinos u.a. sind viel mehr als reine Vergnügungsorte, es sind die Orte, an denen Kunst, die nach unserer Verfassung (GG Art. 5, Abs. 3) unter besonderem Schutz steht, präsentiert wird. In der Begründung steht nun der für uns wichtige Satz:

Bei Untersagungen oder Beschränkungen im Bereich der Kultur muss der Bedeutung der Kunstfreiheit ausreichend Rechnung getragen werden.“

Wir danken den Abgeordneten des Deutschen Bundestages für ihre große Unterstützung. In der Pandemie ist es für uns wichtig, auf die besondere Rolle, die das Offenhalten von Kultureinrichtungen hat, hinweisen zu können.

Künftige Einschränkungen für Kulturorte wegen der Pandemie müssen auf Grund der neuen Regelungen im Infektionsschutzgesetz von den Regierungen (Bund und Länder) begründet werden. Das ist gut so!

Bleiben Sie gesund!

Ihr

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

TexShield by Multi-Plot Europe

Der Firmen.Partner Multi-Plot des VDMD ist mit seiner medizinischen Marke TexShield auf den Markt der Corona-Masken gestartet.

„Die Firma Multi-Plot ist erfahrener Experte für textile Produktentwicklung und Microfactory seit 1990.

Aber auch uns traf Corona – wie so viele Betriebe – und wir haben unsere Köpfe zusammengesteckt und überlegt, wie wir unseren Beitrag leisten können, die Pandemie zu überwinden.

Unsere Kompetenz im Bereich Textildruck und die bereits vorhandenen Kontakte haben die Idee hervorgebracht eine Maske herzustellen, die noch sicherer ist. So haben wir eine textile Beschichtungsanlage von Rimslow Mimaki und eine Imprägnieranlage für den Kampf gegen Corona in Betrieb genommen und Textilien mit der HeiQ Viroblock Technologie beschichtet. Zusammen mit einem lokalen Partner produzieren wir zudem hochwertige OP-Masken mit Zertifizierung nach EN 14683 Typ 2 mit optionaler antiviraler HeiQ Viroblock Technologie.

So entstand das TexShield. Aktuell können wir so gut wie jeden Stoff mit der Beschichtung versehen.“
(Quelle: https://texshield.de/die-geschichte/)

TexShield verleiht Stoffen eine gegen Viren und Bakterien resistente Oberfläche.

Das verwendete Ausrüstungsmittel eliminiert > 99,9 % des humanen Coronavirus 229E. Es wurde nach ISO 20743 (antibakterielle Wirkung) und ISO 18184 (antivirale Wirkung) getestet. Enthält ein Biozid auf Basis von Silberchlorid und Titandioxid. Die Ausrüstung ist sicher für die Haut und Ideal für Masken.

www.texshield.de

Der kulturpolitische Wochenreport des Deutschen Kulturrates (46. KW)

Sehr geehrte Damen und Herren,  

Corona hat den Kulturbereich fest im Griff und wird ihn wohl auch nicht Ende des Monats wieder loslassen. Wir müssen davon ausgehen, dass der zweite Lockdown im Winter weiter gehen wird. Deshalb ist es so wichtig, die ökonomischen Bedingungen für ein Überleben in der Krise zu verbessern.

Aber offensichtlich scheint das nicht besonders schwer zu sein. Helge Schneider hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz, MdB auf Facebook eine Nachricht übermittelt und prompt reagiert der Bundesfinanzminister: So machen wir es.

Gestern Abend sprach ich lange mit einem Journalisten und fragte ihn, ob die Kulturschaffenden und Kulturjournalisten wirklich glauben, dass so in Berlin Politik gemacht wird. Die Antwort war deutlich: Viele JA. Aber der Journalist hat aber auch deutlich gesagt, dass wir selbst daran schuld seien, dass gerade im Kulturbereich so wenig Wissen über die politischen Abläufe vorhanden sind. Wir erklären zu wenig.

Was macht eine Organisation wie der Deutsche Kulturrat eigentlich, was heißt Lobbyismus in der Krise, wie entstehen Vorschläge zur Verbesserung der Lage der Künstlerinnen und Künstler, der Kultureinrichtungen und der Kulturwirtschaft? Wie wird versucht diese Vorschläge in den politischen Raum einzubringen?

Vielleicht ist zur ersten Beantwortung dieser Frage ein Blick in die heute zu Ende gehende Arbeitswoche hilfreich. Die Woche begann mit zwei politischen Forderungen des Deutschen Kulturrates:

1. Novemberhilfen jetzt! Kulturrat fordert Bund und Länder auf, Streit beizulegen
Die angekündigten Novemberhilfen sind ein Hoffnungsschimmer im Kulturbereich. Viele öffentliche und private Kulturbetriebe, Vereine, Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft und nicht zuletzt die soloselbständigen Künstlerinnen und Künstler brauchen dringend eine Unterstützung, um den Lockdown wirtschaftlich überleben zu können. Der November ist normalerweise ein umsatzstarker Monat im Kulturbereich. Viele mittelbar Betroffene machen normalerweise gerade in diesem Monat Umsätze mit jetzt geschlossenen Kultureinrichtungen. Die Novemberhilfen müssen fair und gerecht sein und vor allem den Besonderheiten der Kulturbranche Rechnung tragen. Zu viele Hoffnungen wurden in den letzten Monaten enttäuscht. Jetzt müssen Bund und Länder gemeinsam handeln und noch mehr Schaden vom Kulturbereich abhalten. Die Novemberhilfen müssen schnell und unbürokratisch ausgezahlt werden. Dafür haben wir konkrete Vorschläge gemacht und Bund und Länder aufgefordert, ihren Streit über die Ausgestaltung der Hilfen schnell beizulegen, damit noch im November mit der Auszahlung der Hilfen begonnen werden kann.

Das zweite beherrschende Thema war die Debatte um das schon am 18. November im Bundestag abschließend zu behandelnde Bevölkerungsschutzgesetz.

2. Bevölkerungsschutzgesetz: Theater, Museen, Bibliotheken, Konzerthäuser sind viel mehr als reine Vergnügungsorte
Der Kulturbereich unterstützt die notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, aber wir sind nicht bereit zu akzeptieren, dass in dem neuen Bevölkerungsschutzgesetz, der Kulturbereich noch nicht einmal als eigenständiger Bereich kenntlich gemacht wird, sondern unter den Freizeitbereich subsumiert wird. Theater, Museen, Bibliotheken, Konzerthäuser sind viel mehr als reine Vergnügungsorte, es sind die Orte, an denen Kunst, die nach unserer Verfassung (GG Art. 5, Abs. 3) unter besonderem Schutz steht, präsentiert wird. Wir erwarten, dass im Gesetzestext diesen Umstand spezifisch gewürdigt wird, wie richtigerweise auch die besondere Aufgabe von Orten der Religionsausübung spezifisch berücksichtigt wird.

Zu diesen beiden Themen wurde im Laufe der Woche dutzende Gespräche mit Bundestagsabgeordneten und mit Ministeriumsvertretern geführt.

Herausragend in dieser Woche waren die Gespräche mit Bündnis 90/Die Grünen. Am Dienstagmorgen mit dem Parteivorsitzenden Robert Habeck und dem Kulturpolitischen Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion Erhard Grundl, MdB am Mittwoch dann vor der Bundespressekonferenz die Vorstellung des gemeinsamen an die Bundesregierung gerichteten Forderungskatalog zur Rettung der deutschen Innenstädte mit Katrin Göring-Eckardt, MdB Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag, Stephan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gastättenverbandes (DEHOGA) und mir. Gerade jetzt in der Krise ist es wichtig, nicht nur auf sich zu schauen, sondern Allianzen mit anderen Bereichen zu schmieden.

Der Deutsche Kulturrat hat diese Woche auch seine Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Anpassung des Urheberrechts an die Erfordernisse des digitalen Binnenmarkts vorgelegt. Gerade jetzt in der Corona-Krise zeigt sich, wie wichtig es ist, dass Künstlerinnen und Künstler und andere Rechteinhaber eine angemessene Vergütung für ihre Auftritte im Netz erhalten können. Dafür ist aber eine Reform des Urheberrechtes unumgänglich. Deshalb sind unsere Vorschläge zum Gesetzesentwurf so wichtig.

Doch bevor der Deutsche Kulturrat eine solche Stellungnahme abgeben kann, müssen sich die acht Sektionen mit ihren 261 Bundeskulturverbänden erst einmal einigen. Dafür haben wir im Deutschen Kulturrat Fachausschüsse, die kontinuierlich die Positionen vorbereiten, die dann im Sprecherrat des Deutschen Kulturrates abgestimmt werden. In dieser Woche tagte der Fachausschuss Arbeit und Soziales und diskutierte über die Erweiterung der Arbeitslosenversicherung für Selbständige.

In dieser Woche ist auch noch eine zweite Stellungnahme, zum Entwurf Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz zur Vereinheitlichung des Stiftungsrechts, veröffentlicht worden.

Beide neuen Stellungnahmen werden nicht nur mit dem federführenden Bundesjustizministerium besprochen, sondern auch mit den für die Themenfelder zuständigen Angeordneten des Deutschen Bundestages.

Ja, wir müssen mehr erklären, wie kulturpolitische Entscheidungen vorbereitet und umgesetzt werden. Gerade in der Corona-Krise ist es wichtig, dass der Kulturbereich gemeinsam um die Verbesserungen der Situation kämpft. Dafür sind Initiativen, wie die von Helge Schneider sehr wichtig, aber eine kontinuierliche Interessenvertretung ersetzen sie nicht.

Ihr

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

Der Deutsche Kulturrat kümmert sich nachdrücklich um alle Kultur.Schaffenden

Der Deutsche Kulturrat kümmert sich nachdrücklich um alle Kulturschaffenden in Deutschland, auch oder gar besonders um die Solo.Selbstständigen, die bei der Unterstützung während der Pandemie durchs Raster gefallen sind.

So ist jetzt für alle Solo.Selbstständigen die Möglichkeit vorhanden, einen fiktiven Unternehmerlohn zu erhalten. Gerade ist dieser für die Veröffentlichung auf Bundesebene in Vorbereitung.

Sie können aber bereits jetzt rechnen:
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2020/11/20201105-ausserordentliche-wirtschaftshilfe-november-details-der-hilfe-stehen.html

Auch Bayern eröffnet im Laufe des Novembers die Möglichkeit, dass seine Solo.Selbstständigen einen fiktiven Unternehmerlohn beantragen können. Die Details werden zur Zeit noch ausgearbeitet:
https://www.br.de/nachrichten/bayern/corona-kurs-soeder-wirbt-fuer-den-teil-lockdown,SFRtHC2?fbclid=IwAR1DtVGlOj8Xi6gR4Ae3ajqlgdnknWpykaVArmL8Q4OBf5bgU3VubLFSvoI

Zudem finden Sie auf den Seiten des Deutschen Kulturrates immer die neuesten Nachrichten zu neuen Förder-/Hilfsmaßnahmen des Bundes
https://www.kulturrat.de/corona/massnahmen-des-bundes/ und der Länder https://www.kulturrat.de/corona/massnahmen-der-laender/

Wir raten Ihnen, nutzen Sie die Möglichkeiten beantragen Sie die Unterstützungsgelder. Kämpfen Sie und bleiben Sie dran.

Kulturrat begrüßt zusätzliche Unterstützung für Künstler und Kulturschaffende im zweiten Lockdown!

Berlin, den 05.11.2020. Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, begrüsst die Bekanntgabe der Bundesregierung zusätzliche Unterstützung für den Kulturbereich im November zu ermöglichen durch die Einführung des fiktiven Unternehmerlohns für Künstler und Kulturschaffende und der Umsatzerstattung von 75% für Kulturbetriebe unter 50 Mitarbeiter und 70% bei über 50 Mitarbeitern.

Seit März leidet nahezu der gesamte Kulturbereich unter den Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen, die für viele Kulturschaffende einem Berufsverbot gleichkommen. Bislang sind von staatlichen Hilfen mit rund einer Milliarde Euro erst ein Bruchteil der insgesamt zur Verfügung stehenden 25 Milliarden Euro ausgezahlt worden. Ein Grund hierfür war sicherlich die mangelnde Passfähigkeit der bestehenden Programme sein. Diese gehen an der Lebenswirklichkeit der meisten Kulturschaffenden, Freiberufler*innen und Soloselbständigen vorbei. Denn viele Unternehmen und Soloselbständige in der Kultur- und Kreativwirtschaft haben vor allem die eigenen Personalkosten. Finanzielle Hilfen, die nur Fixkosten wie Miete und Betriebsausgaben berücksichtigen, helfen den Betroffenen nicht.

Die Präsidentin des Deutschen Kulturrates Prof. Dr. Susanne Keuchel, die in Gesprächen mit Bundesminister für Wirtschaft und Energie Peter Altmeier, MdB (CDU) mehrfach auf die Notwendigkeit des fiktiven Unternehmerlohns hingewiesen hatte, fordert: „Es geht um die dringend benötigte Unterstützung einer Branche, die erneut zu einem Stillstand gezwungen wird. Die zusätzlichen Stipendienprogramme, die einen Neustart im Kulturbereich ermöglichen, sind sehr wichtig, sind jedoch kein Ersatz für bisherige Einnahmeverluste, da sie nur einen kleinen Teil der Künstler*innen und Kulturschaffenden erreichen. Zugleich wenig wertschätzend sind Stipendien-Lotterien, wie die des Landes Berlin, die per Los über die Vergabe entscheiden, ob Kulturschaffende Unterstützung erhalten oder nicht. Wir brauchen daher neben einem Neustart Kultur den fiktiven Unternehmerlohn für Soloselbständige in der Kultur- und Kreativwirtschaft während des gesamten Zeitraums massiver Einnahmeausfälle durch die Krise.“

Die Präsidentin des Deutschen Kulturrates fordert zugleich, dass die Kulturbetriebe langfristig unterstützt werden, die in den letzten Monaten viel Geld in Schutzmaßnahmen investiert haben und durch den neuen Lockdown schwer getroffen wurden. Die Politik muss daher dringend auch Konzepte entwickeln, die den Erhalt bestehender Strukturen langfristig sichern. Die Kulturschaffenden brauchen Perspektiven! Und die Gesellschaft Kultur – in und nach Krisenzeiten!


Offener Brief an Till Brönner

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, hat am 29. Oktober dem Jazz-Musiker Till Brönner in einem offenen Brief auf sein Videostatement geantwortet:

Lieber Till Brönner,

herzlichen Dank für Ihr deutliches Statement zu den bedrückenden Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Kulturbereich. Es ist sehr wichtig, dass die unmittelbar Betroffenen sich deutlich zu Wort melden.

Fast allen Ihren Ausführungen kann ich mich anschließen. Der jetzt beschlossene neuerliche Lockdown für den Kulturbereich ist sehr schmerzhaft und für sehr viele Kulturschaffende existenzbedrohend. Wir ringen deshalb mit der Politik darum, zumindest eine einigermaßen angemessene finanzielle Entschädigung sicher zu stellen. Und wir konnten in den letzten Monaten auch wichtige Unterstützungsmaßnahmen für den Kulturbereich anregen, wie u. a. das eine Milliarde Euro große spezielle Kulturinfrastrukturprogramm „Neustart Kultur“.

Auch deshalb haben mich Ihre Äußerungen über die fehlende Interessenvertretung im Kulturbereich sehr irritiert. Sie sagen in Ihrem Statement: „Wir in der Veranstaltungs- und Kulturbranche sind noch immer zu leise, weil wir keine ernstzunehmende Gewerkschaft haben.“

Der Kulturbereich hat gute Interessenvertretungen, allein den acht Sektionen des Deutschen Kulturrates gehören 261 Bundeskulturverbände an, das sind Berufsverbände, Gewerkschaften, Verbände der Kultureinrichtungen und Kulturwirtschaftsverbände, die mit großem Engagement die Interessen ihrer Mitglieder vertreten. Aber natürlich könnten die Berufsverbände und Gewerkschaften sicher noch mehr Gehör in der Politik und in der Öffentlichkeit erhalten, wenn mehr bekannte Künstlerinnen und Künstler sich in diesen Verbänden engagieren und Verantwortung übernehmen würden.

Lieber Herr Brönner,

am Ende Ihres Statements sagen Sie: „Aufwachen und zeigen, dass wir verstanden haben.“ Ich freue mich in diesem Sinne auf Ihre zukünftigen Aktivitäten in einem der Kulturverbände oder vielleicht wollen Sie sogar einen neuen Verband gründen. Wie auch immer, gemeinsam sind wir noch stärker.

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates

Albert Banska-Holzschnitte

ALBERT BANSKA Ausstellung 10.Nov. 2020 – 10. Feb. 2021

Albert Banska war ein Künstler und Naturfreund, der den ersten und zweiten Weltkrieg miterlebte. Als „Meister des Holzschnitts“ schuf Albert Banska viele Werke mit Motiven von harmonischen Landschaften, alten Architekturen und vielen mehr.

Der kluge und freiheitsliebende Künstler gewann mit seinen Werken viele Freunde und Anhänger, die ihn unterstützten und seine Kunst liebten und wertschätzten. Seine Holzschnitte in handwerklicher Präzision und Meisterschaft haben nicht nur den Kunstkenner begeistert. Auch den sogenannten „kleinen Mann“ mit dem nicht gerade großen Geldbeutel ergriff die Begeisterung für Albert Banska´s Kunst.

Banska wurde am 12. April 1889 in Fischbach in der Oberpfalz geboren. Nach der Vollendung seiner Lehre und Arbeit im Bereich der Keramik, besuchte Albert Banska 1910 die königliche Kunstgewerbeschule in München, einer der bedeutsamsten künstlerischen Ausbildungsinstitutionen. Der Schweizer Künstler und Grafiker Max Bucherer lehrte ihn dort die Kunst des Holzschnittes. Im Frühling 1911 reiste er nach Italien, wo er immer wieder Neapel und die Toscana aufsuchte, und nach Ascona, der tiefst gelegene Ort in der Schweiz. Dort lebte er für einen kurzen Abschnitt seines Lebens und hatte eine höchst ungebundene, paradiesische Zeit, trotz ständiger Geldbeutelnöte, die aber die Schaffensfreude des jungen Künstlers in keiner Hinsicht beeinträchtigten. Dort hatte Banska reichliche Vorbilder für seine Werke durch die idyllischen und herrlichen Landschaften, die in diesen Orten zu entdecken waren.

Diese Zeit voller Freiheit verbrachte er gerne mit seinen österreichischen Freunden – Toni Faistauer und Robin Christian Andersen – die ihn durch lange Wander- und Hungerjahre begleiteten und unterstützten.

Der freiheitsliebende Albert musste höchst unwillig Soldat im ersten Weltkrieg werden, was er einschließlich bis zum Zusammenbruch 1918 auch bleiben musste. In den letzten Kriegsmonaten verschlug es ihn nach Würzburg, wo er nun auch die Schönheit des Frankenlandes für seine Werke nutzen konnte. Dort nistete er sich mit seiner Frau Anna in eine Dachwohnung im Hause des ehemaligen Textilhauses Freudenreich am Schmalzmarkt ein, mit Blick auf dem Marktplatz und der Marienkapelle. Speziell für seine Frau hat er auch einen Holzschnitt angefertigt.

Beharrlich und voller Zuversicht arbeitete Albert Banska an seinen Holzschnitten, durch denen er nach und nach immer mehr Freunde fand, besonders im Kreise der damaligen „Wandervögel“, einer Jugendbewegung, in der Jugendliche zusammen wandern gingen, Abenteuer erlebten und ihre individuellen Persönlichkeiten auslebten gegen den autoritären Einfluss von Eltern und Lehrern. 1901 in Berlin von Karl Fischer gegründet, breitete sich diese Strömung der bürgerlichen Jugendbewegung rasant aus. Noch heute existieren Ortsgruppen in ganz Deutschland und auch Banska selbst war Mitglied dieser Bewegung.

Nachdem Banska immer bekannter wurde, entwickelte sich seine Wohnung zu eine Art Museum und einem Treffpunkt, der nicht nur Kunstliebhaber willkommen hieß, sondern auch einfache Menschen, die Geschellschaft suchten. Im Hause Banska‘s konnte man neben seinen eigenen Werken auch Werke anderer zeitgenössischer Künstler anschauen. Auch konnte man durch schöne alte Bücher stöbern, wertvolle Münzen und andere Proben alter Volkskunst betrachten und wer Glück hatte konnte in einem etwas höher gelegenen Zimmer auch seine Frau Anna, die vom Beruf her Teppiche webte, beim Arbeiten zuschauen.

Viele Menschen suchten im Hause Banska‘s einen Rückzugsort und erfreuten sich an jemanden wie ihn, der in aller Stille und sorgfältigster handwerklicher Behutsamkeit an seine Platten schnitt, selber die Handabzüge herstellte und alles in saubere Passepartouts legte – immer geschmackvoll, ordentlich und sehr die Freude am Eigenbesitz fördernd. Noch dazu konnte man von dem viel belesenen Banska immer ein kluges Wort mit auf den Weg bekommen.

Ein großes Interesse des Künstlers waren alte Kulturen, besonders aus dem asiatischen Raum. Von den Weisheiten und Künsten Asiens konnte Albert Banska nicht genug kriegen. Neben diesem Studium unterhielt er zudem auch weltweite Bindungen zu den Weltsprachlern vieler Länder.

Würzburg wurde als einer der letzten Städte am 16. März 1945 Opfer des zweiten Weltkrieges. Der Bombenangriff zerstörte die Altstadt und kostete vielen tausenden Menschen das Leben. Jedoch waren Albert Banska und seine Frau Glückspilze. Als hätten sie es vorausgesehen verließen sie rechtzeitig ihr Schmalzmarkt-Idyll und machten es sich im Lützelgrund zwischen Randersacker und Lindelberg gemütlich. Dort schuf er seinen Steingarten, baute sich ein Haus hinein und hatte so einen schönen Ort mit einem Dach über dem Kopf, während viele Würzburger gezwungen waren, sich einen neuen Wohnort suchen zu müssen.

Als Anregung für seinen geliebten Steingarten war Banska’s Aufenthalt in Ascona und Italien. Diesen erschaffte er aus riesigen Blöcken aus fränkischem Muschelkalk und von Vielen wurde der Steingarten als ein kleines Naturwunder betitelt.

„Komme vom Handwerk (Keramik) – als 17jähriger nach Neapel „gewalzt“. Der Schweizer Max Bucherer war im Winter 1910 mein Lehrer im Holzschnitt. Frühling 1911 wieder in Ascona und Italien. Die Landschaft im Gegensatz zum Modell fand ich hier kostenlos – so wurde ich Landschafter – Toni Faistauer und Robin Christian Andersen waren meine Freunde durch lange schöne Wander- und Hungerjahre. Einmal hatte ich im Tessin eine alte Mühle gepachtet.

Dort trafen wir uns immer wieder. Das war unser Ausfallstor nach Italien, Südfrankreich und Dalmatien. Der Krieg verschlug mich nach Würzburg. Fränkischer Muschelkalk in meinem Steingarten gibt mir ferne Erinnerungen an Italiens Bergstädte und Kastelle, Sonne und Gärten.“

-Albert Banska‘s eigene Lebensbeschreibung

Am 20. Februar 1957 verstarb der Künstler nach einer kurzen Krankheit in einer Würzburger Klinik – nur zwei Monate vor seinem 68. Geburtstag. 20 Jahre nach Albert Banska’s Tod folgte ihn auch seine Frau, Anna Banska. Beide wurden auf dem Hauptfriedhof von Würzburg bestattet. Leider wurde das Grab der Banska’s vor einiger Zeit aufgegeben und existiert somit nicht mehr.

Aus Anlass des damals unerwarteten Todes von Albert Banska betitelte Heiner Reitberger als Kolumnist „Kolonat“ am 22. Februar 1957 in der Main-Post Albert Banska als der „Meister des Holzschnitts“.

Das Paar blieb (höchstwahrscheinlich) kinderlos. Von Familienangehörigen und Nachfahren der Banska‘s ist nichts bekannt.

Banska’s Kunst liegt im Holzschnitt. Der Holzschnitt ist eine Hochdruck-Technik, bei dem aus einer Holzplatte wie bei einem Relief Teile herausgeschnitzt werden. Die bleibenden erhabenen Stellen werden eingefärbt und wie ein Stempel per Hand oder mit Hilfe einer Presse auf Papier gedruckt, wobei ein seitenverkehrter Abdruck entsteht. Die Wurzeln des Holzschnittes liegen, wie das Drucken selbst und viele andere künstlerische Techniken, in China. Vorstufen zum Holzschnitt waren der Gebrauch von geschnittenen und geformten Stempeln und Siegeln.

Die Grundvoraussetzung für die Entwicklung des Holzschnitts war die Erfindung des Papiers, dass etwa 105 n. Chr. ebenfalls in China erfunden wurde. Die erste druckgraphische Technik, die dort entstanden ist, war die Steinabreibung. In Folge dazu entwickelte sich der Holzschnitt. Das erste klar datierbare chinesische Holzschnittbuch aus Dunhuang, was etwa aus dem Jahre 868 ist, ist jedoch so weit entwickelt, dass der Holzschnitt sogar früher entstanden sein muss.

In Europa entwickelte sich der Holzschnitt jedoch weitaus später. Obwohl das Bedrucken von Stoff mit einer hölzernen Matrix seit vielen Jahrhunderten schon üblich war, war die Bedingung für den Holzschnitt erst mit der beginnenden Papierproduktion in Papiermühlen in den 1390ern geschaffen. So entstanden die ersten Holzschnitte, damals Formschnitte genannt, erst um 1400. Häufig war es jedoch so, dass statt eines einzigen Holzschneiders, mehrere spezialisierte Handwerker zusammenarbeiteten. Ein Zeichner erschaffte den Entwurf, der Formschneider schneidet das Motiv in die Holzplatte und der Briefmaler druckte das Motiv auf Papier und kolorierte es meistens nachträglich.

In den Anfängen seiner Holzschnitt-Kunst hielt Albert Banska seine Werke in schwarz-weiß. Später erweiterte Banska aber sein Arbeitsgebiet und involvierte Farbe mit in seine Holzschnitte. Schließlich ging er von nur teilweise eingebrachten Einfärbungen komplett zum sogenannten Farbholzschnitt über, den er letztendlich mit Meisterschaft beherrschte. So verfeinerte er seine Farbholzschnitt-Technik und schaffte es, dass seine fertigen Abzüge eine nahezu aquarellhafte Wirkung erhielten.

Der Farbholzschnitt ersetzte das mühsame Nachkolorieren der monochromen Holzschnittdrucke. Unterschied zum normalen Holzschnitt ist – wie der Name schon angibt – dass statt eintöniger Farbe, mehrere Farben auf dem Holzschnitt aufgetragen werden. Zwei der meist genutzten Techniken waren einerseits mehrere Holzschnittplatten herzustellen, die dann jeweils Farben zugeordnet werden. Andererseits nutzten viele Holzschneider eine Variante, bei der nur eine Holzschnittplatte genutzt wurde. Auf dieser wurden dann alle verwendeten Farben aufgetragen. Die Farben konnten so ineinander verlaufen. Natürlich gibt es daneben auch andere Techniken, bzw. auch Techniken, bei der beide Varianten vermischt werden. So konnte besonders der Farbholzschnitt individueller vom Künstler angewendet werden.

Als Motive für seine Werke wählte Albert Banska hauptsächlich natürliche Motive, Landschaften, einheimische Architekturen und tierische Abbildungen. Banska besaß großen Respekt gegenüber der Natur und war als großer Naturliebhaber bekannt. Für ihn war die Natur eine große Inspiration für seine Holzschnitte und war ein äußerst wichtiger Antrieb für seine Schaffenslust. Das war auch ein Grund, warum das Figürliche in seinen Werken eine eher untergeordnete Rolle spielte, verglichen zu den Landschaften. Menschliche Figuren waren eine Seltenheit in seinen Werken. Nach Banska’s Umzug nach Würzburg entdeckte er die Würzburger Architekturen, Winkel und Orte für seine Werke. So kann man bekannte Bauten und Orte Würzburgs wiederfinden, wie zum Beispiel die Marienburg. Aber auch nicht mehr bekannte oder nicht mehr existierende Orte und Architekturen sind in seinen Werken zu sehen und anhand Banska’s Kunst bekommt man einen Einblick, wie es zu seiner Zeit aussah.

Das Papier, auf dem Albert Banska seine Holzschnitte abdruckte, war meist aus dem Holz des Maulbeerbaumes, was etwas dicker war als herkömmliches Papier. In seinen Holzschnittplatten und somit auch auf seinen Drucken steht immer sein Monogramm „AB“. Außerdem kritzelte Banska rechts unter dem Druck mit Bleistift immer seine Unterschrift „A. Banska“. Häufig gab Albert Banska seinen Werken Namen, die eher aus nur wenigen Worten bestehen und direkt das Motiv beschreiben. Jedoch legte der Künstler bei einigen seiner Werke keinen eigenen Titel fest.

Ausstellungen zu Albert Banska’s Werken gab es nicht nur nach seinem Ableben, sondern auch zu seinen Lebzeiten.

Banska‘s erste Ausstellung fand 1920 in Würzburg statt. Daneben war Albert Banska mit vielen anderen fränkischen Künstlern an fast jeder Gruppenausstellung mitbeteiligt. Speziell zu seinem 65. Geburtstag ehrte die Stadt Würzburg am 12. April 1954 den Künstler mit einer Ausstellung in der städtischen Galerie Würzburg. Für diese Veranstaltung schrieb Heiner Dikreiter, ein deutscher Landschafts- und Porträtmaler, über Banska. Dikreiter wirft den Leser zu Beginn seines Textes in die Kunstwerke Banska’s hinein: „Über enge, steile Weinbergstreppen steigen wir auf die Hohenrotberghöhe. Immer wieder neu packt uns das Bild: Hinter uns das geliebte Dorf mit seinen köstlichen Weinbergslagen und der nun zerstörten, früher aber so weitausladenden Bogenbrücken, weiter hinten, am Fuße des Bromberg, das alte Hätzfeld, und ganz von hinten heraus grüßt noch einmal die Festung…“ oder auch „Das Auge frißt förmlich die wechselnde Stimmungen, wenn die Sonne Wolkenschatten über das Land wirft. Über dicht bemoostes Gestein geht es hinweg, der Boden hebt sich, senkt sich, ausgespült ist der Pfad vom langanhaltenden Regen, nur Gestein, kein Sand, kein Lehm – und doch reichen die Weinberge fast bis in unsere Nähe…

Dikreiter erzählt vom Leben von Albert Banska und wünscht ihm in den letzten Zeilen des Textes, „daß der Künstler, zur Freude seiner vielen Freunde, noch recht lange in seinem Steingarten-Idyll im Lindelbacher Grund an der Arbeit bleiben kann.

Leider ging Dikreiters Wunsch nicht in Erfüllung, da Albert Banska – wie schon erwähnt – nicht einmal 3 Jahre nach der Ausstellung verstarb.

Zu Ehren Banska’s fertigte Heiner Dikreiter neben seinem Text außerdem auch ein Gemälde vom Künstler an.

Albert Banska’s Werke finden noch heute große Beliebtheit und Ansehen. Viele Werke verweilen heute im Besitz von Sammlern und Galerien, die mithilfe von Auktionen, Ausstellungen und anderen Veranstaltungen das Interesse an der Kunst Banska’s weiter brennen lassen. Auf dieser Art und Weise lebt ein Stückchen des Künstlers, seiner Geschichte und seiner Persönlichkeit in seinen Kunstwerken weiter.

In Memoriam Dr. Silke Claus

Liebe Silke,

Design war für Dich alles – …eine Disziplin im Aufbruch, … Raum der Möglichkeiten, ….Vordenker und … ein Mutmacher.

Wir hatten so gehofft, dass Du mit Deinem Mut und Deiner Kraft Deinen größten Kampf gewinnst und waren in den letzten Jahren mit unseren Gedanken, Hoffnungen und guten Wünschen stets bei Dir.

Wir sagen Danke für viele Jahre, die uns in partnerschaftlicher Zusammenarbeit immer wieder zusammengebracht haben, für deine Wertschätzung und deine Freundschaft.

Design hat mit Dir eine große Kämpferin und wir alle einen wunderbaren Menschen verloren.

Unser tiefes Mitgefühl gilt Deiner Familie und Deinen Angehörigen.

Mara Michel