Deutscher Kulturrat: Ein streitbarer Geist: Vorstand dankt Olaf Zimmermann für 25 Jahre Tätigkeit als Geschäftsführer

Berlin, den 01.03.2022. Der Vorstand des Deutschen Kulturrates, Prof. Dr. Susanne Keuchel, Boris Kochan und Prof. Dr. Ulrike Liedtke, hat bei der heutigen Vorstandssitzung Olaf Zimmermann für seine 25-jährige Tätigkeit als Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates sehr herzlich gedankt. Sie haben daran erinnert, dass in diese Zeit viele Veränderungen im Deutschen Kulturrat fielen wie z. B. der Umzug des Deutschen Kulturrates von Bonn nach Berlin, der Aufwuchs in der Mitgliedschaft, die Vergrößerung der Zahl der Mitarbeitenden, die Gründung und Etablierung der Zeitung Politik & Kultur, die von Olaf Zimmermann herausgegeben wird, die Initiierung der Initiative kulturelle Integration und nicht zuletzt die zahlreichen kulturpolitischen Initiativen, die angestoßen und begleitet wurden. Diese positiven Entwicklungen im Deutschen Kulturrat sind maßgeblich seinem Wirken mitzuverdanken.

Die Präsidentin des Deutschen Kulturrates, Prof. Dr. Susanne Keuchel, sagte: „In der heutigen Zeit ist es nicht selbstverständlich, dass Verbandsgeschäftsführer 25 Jahre ihr Amt ausüben. Umso mehr sind wir sehr dankbar, mit Olaf Zimmermann einen Geschäftsführer zu haben, der seit 25 Jahren auf seine Art Akzente in der Kulturpolitik setzt. Antreibend, streitlustig, aber stets den gesamten Kulturbereich in seiner Vielschichtigkeit im Blick habend. Wir freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit ihm und gratulieren ihm herzlich zu seinem 25-jährigen Dienstjubiläum.“

Deutscher Kulturrat ist erschüttert über Angriff auf Ukraine – Europa muss neu über sein Verhältnis zu Russland nachdenken

Berlin, den 25.02.2022. Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, ist erschüttert über den brutalen Angriff Russlands auf die Ukraine. Seine Solidarität gilt den Menschen, die sich in der Ukraine und in Russland für Frieden, die Freiheit der Kunst, die Demokratie und die Menschenrechte einsetzen.

Der Deutsche Kulturrat appelliert, dass die russische Bevölkerung nicht mit der russischen Regierung gleichgesetzt werden darf. Es gibt auch in Russland viele mutige Menschen, die sich gegen den Krieg, für Menschenrechte, Demokratie und Kunstfreiheit einsetzen und dafür in ihrem Land Repressalien ausgesetzt sind.

Unsere Sorge gilt besonders den Menschen in der Ukraine. Wir denken auch an die vielen Journalistinnen und Journalisten, die unter extremen Bedingungen aus der Ukraine kenntnisreich berichten, das Geschehen einordnen und damit der Desinformation etwas entgegensetzen.

Wir unterstützen nachdrücklich den Appell von Bundeskanzler Olaf Scholz an Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin:

– Stellen Sie die Kampfhandlungen unverzüglich ein!
– Ziehen Sie die russischen Truppen aus der Ukraine zurück!
– Widerrufen Sie die völkerrechtswidrige Anerkennung der Gebiete Donezk und Luhansk!

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Russland hat die Ukraine angegriffen, mitten in Europa tobt jetzt wieder ein Krieg. Raketen gehen im Land nieder, Kampfhubschrauber greifen an und Bodentruppen sind im Einsatz. Menschen sterben! Für Europa und seine Sicherheitsarchitektur ist dieser Angriff Russlands auf die Ukraine eine historische Zäsur. Hoffen wir, dass das Leid begrenzt werden kann, dass so schnell wie möglich wieder die Diplomatie über den Krieg siegen kann. Doch sicher ist auch, Europa muss neu über sein Verhältnis zu Russland nachdenken.“

FASHION.FLASH Podcast – Cultures.Cast #5 – Q&A mit Marianne Lotz

Am letzten Freitag, 18. Februar, fand der fünfteFashion.Flash Cultures.Cast mit Marianne Lotz zu dem Thema Marketing und Akquise statt. Den Podcast findet Ihr jetzt unter:

Heute laden wir Euch für Freitag, 4. März, um 14 Uhr zum
Cultures.Cast #6 Podcast mit RA Petra Carl ein.
Sie beantwortet alle Eure Fragen zum Arbeitsrecht in der Mode-Industrie. Sie belgeitet unsere Designer.innen, die gekündigt wurden ganz hervorragend. Bei mehreren eine große Abfindung erwirkt.

Deutscher Kulturrat: Kulturpolitische Wünsche für 2022: Reden ist Silber, handeln ist Gold

Deutscher Kulturrat formuliert 12 Wünsche an die neue Bundesregierung

Berlin, den 03.01.2022. Das Jahr 2022 beginnt mit einer neuen Coronapandemiewelle, diesmal mit Omikron. Auch in diesem Jahr wird ein wesentliches Thema für den Deutschen Kulturrat der Einsatz für möglichst gute Rahmenbedingungen für den Kultur- und Medienbereich in der Pandemie sein. Die Kulturpolitik darf sich darin aber nicht erschöpfen, unser Apell geht an die neue Bundesregierung mit Tatkraft die Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen.

Konkret hat der Deutsche Kulturrat folgende Wünsche an die neue Bundesregierung:

1. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, MdB erklärt die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Lage der Künstlerinnen und Künstler zur Chefsache. Er verbessert die Arbeitslosenversicherung für Freiberuflerinnen und Freiberufler, ebnet den Weg für die bessere Einbeziehung von Selbständigen in die gesetzliche Rentenversicherung, macht sich auf EU-Ebene dafür stark, dass Soloselbständige Tarifverhandlungen führen können, und bezieht Selbständige in seine Initiativen zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung ein.

2. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, MdB macht sich für Kultur- und Kreativwirtschaft stark und setzt gerade mit Blick auf Nachhaltigkeits- und Klimainitiativen einen besonderen Akzent auf die Impulse, die von dieser Branche ausgehen.

3. Bundesjustizminister Marco Buschmann, MdB hält Kurs bei Urheberrechtsreformen und berücksichtigt die Interessen der Urheberinnen und Urheber, einschließlich der Leistungsschutzberechtigten, der Kulturunternehmen als Verwerter und Ermöglicher künstlerischer und kreativer Leistungen sowie der Nutzer also der Kultur-, Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen, die Kunst und Kultur zugänglich machen.

4. Bundesfinanzminister Christian Lindner, MdB setzt ein kulturfreundliches Steuerrecht um und ermöglicht die steuerliche Abschreibung von privaten Investitionen in Kunst und Kultur.

5. Bundesinnenministerin Nancy Faeser hält am Ziel des Zusammenhaltes in Vielfalt fest und nutzt hierfür die zivilgesellschaftlichen Initiativen.

6. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, MdB erkennt den Kulturbereich als eigenständigen Bereich an und subsumiert ihn nicht mehr unter Freizeit. Der besondere grundgesetzliche Schutz von Kultur und Wissenschaft findet bei den Veränderungen des Infektionsschutzgesetzes Anwendung.

7. Bundesfrauen- und -engagementministerin Anne Spiegel nimmt die unterschiedlichen Handlungsfelder der Gleichstellungspolitik in den Blick und legt einen besonderen Akzent auf den Kultur- und Medienbereich. Sie stärkt das bürgerschaftliche Engagement in seinem Eigensinn und seiner Staatsferne.

8. Bundesbildungs- und -wissenschaftsministerin Bettina Stark-Watzinger, MdB nimmt in der Wissenschaftspolitik die Stärken der Kultur- und Geisteswissenschaften besonders in den Blick und setzt weitere Schwerpunkte in der kulturellen Bildung.

9. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, MdB rückt die Stärken von ländlichen Räumen in den Vordergrund und erkennt die Bedeutung der kulturellen Infrastruktur gerade im ländlichen Raum an.

10. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock, MdB verstärkt die Verbindung von Kulturpolitik im Inland und Auswärtiger Kultur- und Bildungspolitik.

11. Die Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration Reem Alabali-Radovan, MdB führt den Dialog mit der Zivilgesellschaft, um den Zusammenhalt in Vielfalt in Deutschland zu verbessern.

12. Bei der Staatsministerin für Kultur und Medien Claudia Roth, MdB laufen die verschiedenen Fäden aus den mit Kultur, Medien und Kreativwirtschaft befassten Ministerien zusammen. Sie setzt sich für die Autonomie von Kunst und Kultur und geeignete Rahmenbedingungen ein.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Das Jahr ist noch jung, die Gelegenheit ist günstig, um Wünsche an die Mitglieder der neuen Bundesregierung zu formulieren. Die Rahmenbedingungen für Kunst und Kultur werden in verschiedenen Ministerien gestaltet. Der Deutsche Kulturrat setzt sich für die unterschiedlichen Anliegen aus dem Kulturbereich, seien es die der Künstlerinnen und Künstler, die der Kultureinrichtungen, die der Kulturvereine und nicht zuletzt die der Kulturunternehmen, ein. Unsere Erwartungen an die neue Bundesregierung sind hoch, nur im Zusammenspiel verschiedener Bundesministerien, können die Rahmenbedingungen für den Kulturbereich nachhaltig verbessert werden. Reden ist Silber, handeln ist Gold!“

Deutscher Kulturrat: Infektionsschutzgesetz: In letzter Minute geändert – Kunstfreiheit muss beachtet werden

Deutscher Kulturrat begrüßt Teilerfolg

Berlin, den 10.12.2021. Im Deutschen Bundestag wird seit 9 Uhr das Gesetz zur Stärkung der Impfprävention gegen COVID-19 und zur Änderung weiterer Vorschriften im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie (Infektionsschutzgesetz) in 2. und 3. Lesung beraten und voraussichtlich verabschiedet.

Die erste Lesung fand am 07.12.2021 statt. Der Hauptausschuss des Deutschen Bundestag führte am 08.12.2021 eine Anhörung durch, zu der der Deutsche Kulturrat, vertreten durch seinen Geschäftsführer Olaf Zimmermann, eingeladen war.

In seiner Stellungnahme zur Anhörung hat der Deutsche Kulturrat auf die Bedeutung der Kunstfreiheit hingewiesen und moniert, dass Freizeit- oder Kultureinrichtungen in einem Begriffspaar im Infektionsschutzgesetz genannt werden. Ebenfalls hat der Deutsche Kulturrat gefordert, dass bei möglichen Schließungen von Kultureinrichtungen oder der Untersagung von Kulturveranstaltungen die grundgesetzlich verbriefte Kunstfreiheit beachtet werden muss. Dies muss zumindest in der Gesetzesbegründung deutlich gemacht werden, forderte der Deutsche Kulturrat.

In der heute Morgen vorgelegten Beschlussempfehlung des Hauptausschusses des Deutschen Bundestags (Drucksache 20/250) steht nun in der Begründung: „Bei Untersagungen oder Beschränkungen im Bereich der Kultur muss daher der Bedeutung der Kunstfreiheit ausreichend Rechnung getragen werden.“

Der Deutsche Kulturrat dankt den Abgeordneten des Deutschen Bundestags, die sich für diese wichtige Änderung in letzter Minute eingesetzt haben. Nun wird zumindest in der Gesetzbegründung der Unterschied zwischen Freizeiteinrichtungen und Kultureinrichtungen deutlich und eine Schranke für die Schließung von Kultureinrichtungen aufgebaut.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Theater, Museen, Bibliotheken, Konzerthäuser sind viel mehr als reine Freizeitorte, es sind die Orte, an denen Kunst, die nach unserer Verfassung (GG Art. 5, Abs. 3) unter besonderem Schutz steht, präsentiert wird. Es ist gut, dass dies nun zumindest in der Gesetzesbegründung durch den Verweis auf die Kunstfreiheit, die bei Untersagungen oder Beschränkungen den Kulturbereich betreffend beachtet werden muss, deutlich gemacht wird. Noch schöner wäre es, wenn Freizeit- und Kultureinrichtungen in dem Gesetz nicht in einem Atemzug genannt würden. Doch wird dies vermutlich nicht die letzte Änderung des Infektionsschutzgesetzes gewesen sein, sodass beim nächsten Anlauf hoffentlich gleich die Kultur angemessen berücksichtigt wird. Das Wichtigste allerdings ist und bleibt in der aktuellen Situation: Impfen, Impfen, Impfen.“